Zu wenig offensives Teamplay:

Eigentlich hatten es sich die EBBECKE WHITE WINGS Hanau fest vorgenommen, sich nach der hohen Niederlage gegen Würzburg im nächsten Heimspiel mit einem Sieg zurückzumelden. Gegen die OrangeAcademy tat sich das Hanauer Team allerdings überraschend schwer. Schlechte Entscheidungen im Abschluss und ein insgesamt zu statisches Offensivspiel verhagelten den White Wings das Spiel. Am Ende unterlagen sie gegen die Gäste aus Ulm knapp mit 59:61.

Zwar ging das erste Viertel mit 16:10 an die Hausherren – es sollte allerdings über den Spielverlauf das einzige gewonnene Viertel bleiben. Das lag auch am etwas untsteten Defensivverhalten der Hanauer. „Wir haben leider nur etwa 25 Minuten so verteidigt, wie wir verteidigen wollen. Es gab eine Phase von 4 bis 5 Minuten, in denen wir defensiv beinahe nichts gemacht haben. Da hat Ulm 10 der 61 Punkte gemacht“, sagt Hanaus Interimscoach Michael Luprich. Doch auch das Offensivspiel ließ bereits im zweiten Durchgang ein wenig Druck vermissen. So hatte sich das Team Mitte des 2. Viertels einen 7-Punkte-Vorsprung erspielt, verpasste es aber, daraus ein Momentum mitzunehmen. Darüber hinaus traf das Team wiederholt schlechte Entscheidungen: „Vor der Halbzeit hatten wir am Ende knapp vier Minuten, in denen Ulm bei den Teamfouls am Limit war. Eigentlich wollten wir in dieser Phase zum Korb ziehen. Statt dessen haben wir in diesen vier Minuten insgesamt 6 Abschlüsse gemacht, 5 davon ein Wurf nach einem Pass ohne den Gegner überhaupt vorher zu attackieren.“

Mit 32:31 ging es in die zweite Hälfte. Und auch hier wiederholte sich, was sich bereits im 2. Viertel angedeutet hatte: Die White Wings trafen offensiv zu selten gute Entscheidungen und benötigten so zu viele Versuche, um den Ball im Korb unterzubringen. „Darüber hinaus haben wir zu viele einfache Würfe liegen lassen. Es gab bestimmt um die 15 Würfe aus der Zone, die man treffen muss. Treffen wir davon nur die Hälfte, gewinnen wir das Spiel“, so Luprich weiter.

Ein besonderes Problem sah der Hanauer Interimscoach aber im Teamplay: „Wir haben 10 Assists gemacht – das müssen eigentlich 20 sein. Wir haben offensiv nicht smart genug gespielt. Teilweise haben wir den besser stehenden Mitspieler nicht gefunden, oder, wenn wir hätten selber abschließen müssen, versucht, einen Extrapass zu spielen.“ Auch die Ausbeute von 8 Fast-Break-Punkten war Luprich zu wenig. „Wir haben das Spiel meistens viel zu langsam gemacht. Mein Ziel ist es eigentlich, zwischen 20 und 30 Fast-Break-Punkte zu machen.“ Leider schaffen es die White Wings nicht, diese Probleme unter Kontrolle zu bekommen. Zwar kam das Team 7 Sekunden vor Schluss noch auf ein 58:59 heran. Allerdings schickten sie Ulms Moritz Krimmer per taktischem Foul dann noch einmal an die Freiwurflinie, der beide Würfe verwandelte. Auf der Gegenseite erhielt auch Miquel Servera Rodriguez zwei Freiwürfe, traf den ersten und vergab den Zweiten. Der Rebound landete zwar bei Josef Eichler – der verpasste jedoch unglücklich den Layup zum rettenden Ausgleich. Mit seinem Rebound sicherte Nat-Sidi Diallo seiner Mannschaft den knappen 59:61-Sieg.

Für die EBBECKE WHITE WINGS Hanau spielten:

Preston Beverly (6 Punkte/7 Rebounds/0 Assists)
Jovan Mihic (0/0/0)
Jonathan Mesghna (3/2/0)
Jonas Stenger (0/0/0)
Josef Eichler (5/3/0)
Felix Hecker (6/0/0)
Till-Joscha Jönke (16/3/0)
Ryan Beisty (8/5/1)
Jonas Niedermanner (2/2/2)
Luca Eibelshäuser (0/0/0)
Benedikt Nicolay (0/1/0)
Miquel Servera Rodriguez (13/2/7)

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