Auswärtscoup der HEBEISEN WHITE WINGS: Die Hanauer gewinnen den Thriller in Hamburg 71:68 (41:40). Teammanager Hubert „Die schwarze Perle“ Gibson hatte schon vor der Begegnung ein gutes Gefühl. „Wenn wir nach dem dritten Viertel auf Augenhöhe sind, wird es unser Spiel.“ Er sollte Recht behalten. Dafür gab es am Ende auch Lob aus Hamburg.

Doch der Reihe nach: Die HEBEISEN WHITE WINGS starten furios ins Spiel. Till-Joscha Jönke und Kruize Pinkins eröffnen von der Freiwurflinie, Eugene Harris und Paul Albrecht legen aus der Distanz nach – die Hanauer ziehen auf 11:3 davon und zwingen die favorisierten Towers früh zur Auszeit. Anschließend kommen die Gastgeber vor der beeindruckenden Kulisse von 2700 Zuschauern über ihre großen Jungs Justin Raffington und Enosch Wolf besser ins Spiel. Dennoch liegen die Hanauer nach dem ersten Viertel 17:14 in Führung. Das zweite Viertel wirkt zerfahren, die Flügelträger zwingen die Hamburger durch druckvolle Defense immer wieder zu Fehlern. Immer wieder stehen sowohl die Towers als auch die HEBEISEN WHITE WINGS an der Linie, haben die Chance zu Drei-Punkte-Spielen. Allen voran Pinkins räumt unter den Körben auf, der US-Amerikaner erzielt in der ersten Halbzeit bereits 18 seiner am Ende 21 Punkte. Darunter auch ein krachender Dunking kurz vor Viertelende, der die 41:40-Halbzeitführung bedeutete.

Gegen Ende des dritten Viertels brachte dann Raffington seine Farben erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung 52:51 (28.). Den knappen Vorsprung retteten die Hamburger ins Schlussviertel. Das Spiel ging nun hin und her, lebte in vielen Momenten vor allem von der Spannung. Am Ende wechselte die Führung elf Mal, zwölf Mal stand es unentschieden. Der Thriller spitzte sich entsprechend zu. Als Harris seinen fünften Dreier ins Gesicht von 2,15-Meter-Mann Enosch Wolf schmeißt und Jordan Wild auf der Gegenseite eben jenen Wolf blockt, sieht es mit der 67:63-Führung im Rücken gut für die Hanauer aus. Doch die Towers erobern die Führung zurück, gehen mit einer 68:67-Führung in die Schlussminute. Jönke übernahm Verantwortung für die HEBEISEN WHITE WINGS. Obwohl er erst im Angriff zuvor ein Offensivfoul gegen sich gepfiffen bekam, setzte er sich in der entscheidenden Szene im Eins-gegen-eins durch, erzielte mit Foul den Korb und konnte sein Team von der Freiwurflinie mit 70:68 in Führung bringen. 35 Sekunden sind da noch zu spielen. Nach der Auszeit der Hamburger verwerfen diese, Pinkins sichert sich seinen achten Rebound des Abends und ermöglicht seinem Teamkollegen Harris weitere Freiwürfe. Die Towers können sich mit einem erfolgreichen Dreier noch in die Verlängerung retten, doch Jönke blockt den Wurf und auch den zweiten Versuch können die Hamburger nicht durch die Reuse schmeißen. Die Überraschung ist perfekt – und Hubert Gibson sollte Recht behalten.

Entscheidend aus Sicht von Hanaus Trainer Simon Cote: Die gute Trefferquote von jenseits der 6,75-Meter-Linie. „Hamburg hat mehr Rebounds geholt, die bessere Freiwurfquote, weniger Ballverluste, aber wir haben die Dreier und Big Shots getroffen“, so der Headcoach. „Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft, die über 40 Minuten mental stark war und toll gekämpft hat.“ Acht von 17 Treffer von der Dreierlinie beeindruckten auch Hamburgs Trainer Hamed Attarbashi. Einzelne Spieler hätten zum Teil „richtig krasse Würfe“ getroffen. Er gehe jede Wette ein, dass die HEBEISEN WHITE WINGS in die Playoffs kommen werden. Das liege auch daran, dass sie in der Sommerpause einen guten Job gemacht haben. Hanau sei eines der drei Teams, die sich im Vergleich zur Vorsaison am besten und schlausten verstärkt hätten.

Das sollen nun auch die Wölfe des Mitteldeutschen BC zu spüren bekommen. Die gastieren im Rahmen des Doppelspieltages bereits am morgigen Montag in der Hanauer Main-Kinzig-Halle. Der BBL-Absteiger kommt als Tabellenführer und dem perfekten Saisonstart mit zwei Siegen in die Goldschmiedestadt. Am Samstag siegte der MBC gegen Baunach 85:71. Spielbeginn am Feiertag ist um 18 Uhr. Karten sind noch an der Tageskasse erhältlich. Das Heimspiel wird zudem auf www.sportdeutschland.tv live übertragen. Wer weiß, welche Vorahnung die „schwarze Perle“ für dieses Spiel hat…

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Für die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielten:

Spieler (Punkte / Rebounds / Assist)
Till-Joscha Jönke (10 / 4 / 1)
Kruize Pinkins (21 / 8 / 1)
Eugene Harris (16 / 2 / 3)
Jordan Wild (4 / 11 / 1)
Josef Eichler
Paul Albrecht (11 / 4 / 1)
Brian Sullivan (3)
Christian von Fintel (0 / 0 / 1)
Ruben Spoden (6 / 2 / 1)
Julian Albus

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Für die Hamburg Towers spielten:

Spieler (Punkte / Rebounds / Assist)
Anthony Canty (11 / 1 / 2)
Justin Raffington (7 / 7)
Marc Liyanage (3 / 3 / 1)
Robert Ferguson (3 / 4)
Rene Kindzeka  (5 / 0 / 1)
Enosch Wolf (12 / 9 / 1)
Deandre Landsdowne  (10 / 3 / 3)
Cornelius (10 / 7/ 1)
Lars Kamp (7 / 2 / 2)
Mario Blessing (0 / 1)

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